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Diablo 3 – Konsole und PC – Der große Vergleich

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Im Mai 2012 kam Diablo 3 für den PC und einige Spieler, die früher Diablo-2-süchtig waren, wünschten sich sehnsüchtig eine Diablo 3 Konsolenversion herbei. Mittlerweile gibt es diese sowohl für Playstation, als auch für Microsofts Xbox. Wir haben die Playstation 4 Version und die PC Version ausgiebig angespielt und wollen einmal den großen Vergleich ziehen.

Anzumerken ist vorab, dass nur die Playstation 4 und Xbox One Version von Diablo 3: Reaper of Souls („Ultimate Evil Edition“) auf dem gleichen Stand wie die PC-Version ist. Auf den alten Generationen PS3 und Xbox 360 fehlen elementare Spielbestandteile wie große Nephalemportale und legendäre Edelsteine. Außerdem ist dieser Vergleich höchst subjektiv und es wird nur auf Punkte eingegangen, die sich in irgendeiner Form voneinander unterscheiden. Was auf beiden Plattformen zu finden ist, wird hier nur in der Ausnahme angesprochen.

diablo-3-pc-ist-besser-als-konsole_newsGegenstandsinterface

PC 1:0 Konsole

Das Menü der Konsole ist schwierig zu handhaben. Da man keine Maus zur Verfügung hat, muss man sich mittels Analog-Stick und R-Tasten durch das Menü kämpfen. Entschieden hat sich Blizzard hierbei für ein 360° anwählbares Menü. Problematisch ist hierbei, dass man häufig auf einen anderen Item-Slot wechselt als beabsichtigt, weil man den Stick statt auf 9 Uhr auf 10 Uhr bewegte. Die Items kommen auf der Konsole nicht genügend als Gegenstände zur Geltung, da sie eingebettet sind. Auch Affixe der Gegenstände stehen nicht so im Vordergrund wie das bei der PC Version der Fall ist.

Ein Umstand ist sogar regelrecht problematisch: Die Element-Typen der Fertigkeiten sind auf der Konsolenversion nicht kenntlich gemacht worden. Auf dem PC sind diese Fertigkeiten mit einer Grafik des Elements, z.B. Feuer, hinterlegt. Auf der Konsole fehlt dieses Feature komplett. Auch der Hinweis, dass man anhand der Beschreibungstexte herauslesen kann, um welches Element es sich handelt, überzeugt nicht, denn manche Runen verändern den Elementtyp der Grundfertigkeit, ohne, dass das im erweiterten Tooltip angezeigt wird.

Dieser Punkt geht klar an den PC, denn selbst wenn Optik eine Frage des Geschmacks ist, die Ansteuerung des Interfaces ist schlichtweg komplizierter und die fehlende Element-Darstellung ein No-Go.

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Battle.net

PC 2:0 Konsole

Online spielen ist sowohl auf der Konsole, als auch auf dem PC möglich. Problematisch ist jedoch, dass auf der Konsole explizit gezahlt werden muss, um online spielen zu können. Hinzu kommt das Cheating: während auf dem PC alle sich entwickelnden Daten auf dem Server gespeichert werden (daher der Online-Zwang selbst beim Solo-Spiel), ist das bei der Konsole eben nicht der Fall. Folge dessen ist, dass enorm viele Spieler ihre Charaktere und Gegenstände modifizieren und man in öffentlichen Spielen nahezu keine Chance hat mit ehrlich spielenden Spielern in einen Topf geworfen zu werden.

Für das Online-Vergnügen bezahlen und mit Cheating belohnt werden? Lieber PC!

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Steuerung / Zielen

PC 2:1 Konsole

Entwickler und Tester behaupteten in den ersten Stunden der Konsolenversion oftmals, die Steuerung sei so „smooth“ im Gegensatz zur PC-Version. Das können wir bestätigen. Mit dem Analogstick wirken die Bewegungen der Charaktere einfach. Bewegt man den Stick nur leicht in eine Richtung kann der Charakter sogar langsam gehen. Das ist zwar keine besondere Errungenschaft, unterstreicht jedoch den flüssigen Bewegungsablauf der Charaktere auf der Konsole.

Das Zielen auf der Konsole ist mit ein bisschen Übung nicht schlecht gelöst. Oftmals wird der korrekte Charakter anvisiert, wenn nicht gibt es die Möglichkeit mit L2 (PS4) zwischen Zielen zu wechseln. Einzig problematisch ist manchmal das Zielen mit bestimmten Fertigkeiten: Ansturm vom Barbaren beispielsweise kann auf dem PC auch nur 2 Meter weit ausgeführt werden, wenn das Monster eben nur zwei Meter entfernt steht. Auf der Konsole sprintet er fast immer die gesamte Distanz.

Positiv auf der Konsole ist das Herausbewegen aus brenzligen Situationen. Wer kennt die Situation nicht: Man steckt in Schwierigkeiten, weil die Monsterdichte um den Helden schier endlos ist, kann sich aber auch nicht entfernen, weil man beim Versuch sich auf der PC Version wegzubewegen immer auf Monster klickt und den Helden somit nicht um Laufen bekommt. Auf der Konsole bewegt man den Stick einfach in die gewünschte Richtung und der Held läuft in Sicherheit.

Einziger Wehrmutstropfen: Die Tastenbelegung für die Fertigkeiten geht nicht wirklich schnell in Fleisch und Blut über. Mehr dazu in der Kategorie „Hardcore-Modus“.

Die Steuerung ist flüssig, das Anvisieren klappt meistens und schwierige Situationen managed die Konsolensteuerung besser, daher pro Konsole!

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Grafik / Performance

PC 2:2 Konsole

Sicherlich ist dieser Punkt nicht sehr repräsentativ, denn es kommt ganz auf den PC an, auf dem Diablo 3 läuft. In unserem Fall läuft Diablo 3 mit 40 bis 60 FPS, aber selbst angenommen Diablo 3 würde größtenteils mit 60 FPS laufen, so kann es nicht mit der Konsolenversion mithalten. Exzellente Grafik mit allen Details und das konstant bei 60 FPS. Selbst im größten Effektfeuerwerk bleibt auf der Playstation 4 alles flüssig. Auf der XBox One garantiert Blizzard eine 1080p Auflösung, im Gegenzug dazu stürzt die FPS aber ab und zu unter die 60er Marke.

Dennoch, gegenüber einem herkömmlichen PC ist die Konsole deutlich vorn.

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diablo-3-pc-ist-besser-als-konsole_newsHardcore-Modus

PC 3:2 Konsole

Der Hardcore-Modus in Diablo 3 zeichnet sich dadurch aus, dass man nur einmal sterben darf. Auf der Konsole hat man hier ein paar Probleme das zu bewerkstelligen, zumindest mehr Probleme, als auf dem PC. Die Lebensenergie ist nicht durch eine große Runde rote Kugel, wie man sie aus Diablo 2 Zeiten kennt, visualisiert, sondern durch einen roten Lebensbalken in der Ecke des Fensters. Bei 20-30 % Leben beginnt das Bild rot zu pulsieren und über dem Charakter ein Trank-Symbol zu erscheinen, aber wirklich gemerkt hat man bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie es um die eigene Lebensenergie steht. In unserem Test starben wir oft, ohne überhaupt realisiert zu haben, dass das Risiko bestand.

Zusätzlich gibt es auf der Konsole ein kurioses Problem: Die Tastenbelegung für die Fertigkeiten lässt sich deutlich schlechter einprägen als auf dem PC. Wir testeten mit Freunden den gleichen Charakter, den wir auch auf der PC Version viel spielten. Dort lässt sich die Belegung der Fertigkeiten, selbst wenn sie völlig neu auf die Tasten 1 bis 4 und die Maustasten gelegt werden, relativ leicht einprägen. Auf dem Konsolenpad belegt hatten wir und unsere Freunde selbst nach vielen Stunden des Spielens noch Probleme die richtigen Tasten für die richtigen Fertigkeiten zu treffen.

Letztlich raten wir jedem zum Softcore-Modus auf der Konsole.

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Gruppenspiel

PC 4:2 Konsole

Im Gruppenspiel verliert man schnell mal die Übersicht bei Diablo 3. Jetzt mag man sich fragen „Na und? Ist doch auf der Konsole und dem PC gleich.“ Das stimmt auch, doch muss man sich eines vor Augen führen: Verliert man auf dem PC die Sicht auf den eigenen Charakter, klickt man einfach auf das Ziel, dass man anvisieren und angreifen möchte. Auf der Konsole muss man sich jedoch aktiv mit dem Stick in die Richtung des Monsters bewegen, welches man angreifen möchte. In letzterem Falle ist man also aufgeschmissen, wenn man nicht weiß, wo man steht. Es gibt zwar auf der Konsole die Möglichkeit mit dem Drücken des rechten Analogsticks eine Lichtsäule über dem eigenen Charakter erscheinen zu lassen, die in der Farbe des jeweiligen Gamepads leuchtet (PS4), jedoch hilft das nicht darüber hinweg, dass man erstmal die Übersicht verliert. Hierbei handelt es sich nicht um ein kleines Problem, denn selbst nach vielen Stunden Spielens verloren wir und unsere Mitspieler mehrfach in der Minute den Blick für den eigenen Charakter.

Auch der Blick auf den Lebensbalken verliert sich, denn letztlich sind auf der Konsolenversion 4 verschiedene Lebensbalken auf dem Bildschirm und regelmäßig verwechselt man nicht nur seinen Charakter mit den anderen, sondern auch seinen Lebensbalken mit denen der anderen Mitspieler.

Möglicherweise erübrigt sich das Problem mit der Spielerfahrung, dennoch obsiegt für uns die PC-Version hier.

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Entspanntheit

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Der subjektivste Punkt ist wohl die Entspanntheit, denn hier hängt es absolut davon ab, welche Umstände jeder Spieler daheim geschaffen hat. Der Regelfall dürfte darstellen, dass man am PC die üblichen PC-Boxen nutzt und den PC-Monitor, während man auf dem PC-Stuhl sitzt. Der Gegensatz dazu ist das Spielen an der Konsole mit einem großen Fernseher, einer Soundanlage und einer gemütlichen Couch. Das Spielen auf der Konsole ist deutlich besser geeignet (bei eben beschriebener Situation), wenn man von der Arbeit heim kommt und eine gemütliche Runde zocken möchte.

Das heißt zwar nicht, dass das Spielen auf dem PC nicht auch entspannend ist, die Konsole punktet in unseren Augen trotzdem mit dem Relaxed-Faktor.

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Zusatzinhalte

PC 4:4 Konsole

Es gibt auf der Konsole ein paar Inhalte, die zusätzlich zum Tragen kommen. Der eine ist das Nemesis-System, bei dem immer mal wieder eine Art „Schreckensdämon“ namens Nemesis erscheint, der die Inkarnation eines Monsters darstellen soll, das den Helden in der Vergangenheit einmal (oder mehrfach) getötet hat. Dieses Nemesis-Monster erscheint sowohl im Gruppen- als auch Einzelspielerspiel und verfügt über extreme Varianten der bereits bekannten Elitemonsteraffixe. Einmal getötet lässt Nemesis garantiert einen legendären Gegenstand fallen.

Darüber hinaus ist wohl eine der heftigsten Zusätze in der Konsolenversionen die Wirkung von Machtkugeln. „Ruhm der Nephalem“ heißt der Verstärkungszauber, den man erhält, wenn man eine der auch in der PC Version verfügbaren gelben Machtkugeln einsammelt. Anders als auf dem PC, auf dem diese Kugeln lediglich etwas Bewegungsgeschwindigkeit und auf die Gegner springende Blitze spendiert, verdoppeln sie auf der Konsole den Schaden des Protagonisten. Das macht sich extrem bemerkbar und erlaubt hiermit auch das Erreichen deutlich höherer großer Nephalemportale als auf dem PC.

Zuletzt gibt es noch einige Änderungen in Bezug auf Massaker, Zerstören von Umgebungsobjekten und ähnliche Events. Zerstört man beispielsweise ein paar Umgebungsobjekte, erhält der Charakter für X Sekunden (abhängig von der Anzahl der zerstörten Objekte) einen Geschwindigkeitsboost. Tötet man Gegner mittels der Umgebung, erhält man doppelte Ressourcengeneration für X Sekunden. Massakerboni verdoppeln und verdreifachen die im Laufe des Massakers gesammelte Erfahrung nach dem Massaker.

All diese Änderungen auf der Konsole machen das Spiel ein kleines bisschen schicker und punkten daher für die Konsolenversion. Für den PC soll es nicht unerwähnt bleiben, dass diesem der Saison-Modus exklusiv ist. Wer sich also alle 3-4 Monate neu mit Freunden messen möchte, sollte lieber zur PC Version greifen.

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diablo-3-pc-ist-besser-als-konsole_newsCommunity

PC 5:4 Konsole

Community-Features wie Clans oder Communities selbst gibt es auf der Konsole nicht. Auch gibt es keine Ranglisten, um sich irgendwie mit anderen fremden Spielern oder Freunden zu messen. Die Konsolenversion ist vollends auf ein Solo-Spiel oder ein Spiel mit Freunden vor dem selben Fernseher ausgelegt (was nicht heißt, dass man es nicht auch online spielen kann). Der Punkt geht daher an den PC.

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Persönliches Fazit von Ysuran

Rein punktetechnisch hat die PCVersion 5:4 gewonnen. Meine Meinung geht mit diesem Punktestand konform. Die Konsolenversion spielt sich flüssiger, sieht schöner aus, das Spielgefühl ist entspannter. Aber für mich macht bei Diablo auch das Spielen mit Freunden den Kern des Spiels aus. Und selbst wenn man vorwiegend allein spielt, so liebe ich es nach 30 alleinigen Spielstunden mich mit diesem Charakter ein oder zweimal mit Freunden in die Schlacht zu stürzen. Das Spielen ohne jegliche Community-Features nimmt mir den Reiz am Spiel. Zudem spricht für das Spielen auf dem PC das einfacher zu bedienende Interface und die bessere Einbettung verschiedener Elemente für den Hardcore-Modus.

Grundsätzlich kann man aber sagen, dass es durchaus Spieler geben mag, die auf der Konsole perfekt aufgehoben sind, weil ihnen die Features, die die PC Version so einzigartig machen, nicht wichtig sind. In dem Fall kann ich nur zur Konsolenversion von Diablo 3: Reaper of Souls, also zur Ultimate Evil Edition, raten.

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3 Kommentare auf "Diablo 3 – Konsole und PC – Der große Vergleich"

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fragme
Gast
fragme

was muss man den für ne gurke haben um D3 nicht mit konstanten 60 FPS zu spielen auf MAX und 1080p ? kann das spiel 2 mal auf machen und hab bei beiden 60….

Tolate
Gast
Tolate

D3 auf Konsolen, wie lustig , gehackte Items ohne Ende..also MÜLL. und @ fragme , komm doch mal vorbei dann lass ich deinen Nick wahr werden.

fragme
Gast
fragme
Ach na komm, wie alt muss denn ein Rechner sein der D3 nicht mehr schafft ? Hab auch nicht das TOP Modell und der hat auch schon paar Jahre drauf, aber keine Probleme damit. Der vergleich hingt eh… da die Grafik auf Konsole nicht so gut ist wie auf PC Auch das Zielen ist Quark… Mit etwas Übung kann jeder egal ob PC oder Konsole den richtigen Gegner treffen. Die Tatsache das man auf der Konsole langsamer gehen kann ist eh nur eine Spielerei die bestimmt keiner gezielt einsetzt 😉 Und wenn man ein Problem mit Monstermengen hat auf die… Read more »
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