
WWI Reisebericht
Tag 1
Donnerstag 15 Uhr, ein sonniger Tag im Ruhrgebiet. Noch geschafft von gestrigen EM Halbfinale, schleppen wir uns zum Bahnhof. Der Zug kommt in 10 Minuten, noch schnell Zigaretten kaufen, Frankreich ist teuer. Gestresst, aber irgendwie doch entspannt sitzen wir im RB5, einem Regionalzug der quasi an jedem Baum hält. Nach 1,5 Stunden, der Dom, es ist geschafft, wir sind in Köln. Noch schnell den Einkauf der nötigsten Lebensmittel (Bier) im Bahnhof erledigen, es steht ja immerhin das EM Finale an.
Der Thalys fährt pünktlich ab. Paris hurra, wir fahren nach Paris.
21:45 Ankunft in Paris Nord mit mehr als 30 minütiger Verspätung. Ein Traffobrand auf der Strecke hatte unseren Zeitplan ordentlich durcheinander gewirbelt. Wie sich kurz darauf herausstellen sollte, war dies aber nicht halb so schlimm wie zunächst befürchtet, da wir uns hoffnungslos, im für Ortsfremden überschaubaren Metrolabyrint, verfranzten und so unseren Anschlusszug auf jeden Fall verpasst hätten. So irrten wir also mehr oder weniger hilflos durch die Metroschächte, schlugen uns mit radebrechendem Französisch von Service Point zu Service Point (Englisch scheint hier wirklich nicht sehr verbreitet zu sein), um dann einen Kilometer vom eigentlichen Zielbahnhof wieder an die Erdoberfläche zu gelangen.
So schnappten wir, im Eiltempo trabend, noch ein paar Pariser Nachtimpressionen auf, bevor wir uns am Gare St. Lazare dem nächsten Problem gegenüber gestellt sahen, dem Zugticketkauf. Zwar gab es grob geschätzt 30-40 Automaten, welche allerdings ausschließlich Kreditkarten akzeptierten( Die Franzosen bezahlen im Übrigen so gut wie ALLES mit Visa^^), die wir leider nicht zur Verfügung hatten. Kleingeld und Scheine? Fehlanzeige! Was also tun? Es war der letzte Zug und wir hatten noch ganze 15 Minuten ihn zu besteigen. Also schnell rein in den Zug, welcher uns nach Gaillon bringen sollte, dem Ort in dem wir bei einem Freund während der WWI gastieren, und einen Schaffner gesucht, der zwar schnell gefunden war, allerdings 10 Minuten brauchte bis er uns die Tickets ausgestellt hatte.
Welche Probleme entstehen wenn man in einem Land, wo sogar bei Aldi und Mc Donald’s mit Kreditkarte gezahlt wird, ein Ticket mit einem 100 Euro Schein zahlen will, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, oder?
Nach einer weiteren c.a. 45 minütigen Zugfahrt mit, Gott sei Dank, nur einem Zwischenhalt kamen wir endlich in Vernon an, was 18 Kilometer von Gaillon entfernt liegt, wo um diese Zeit kein Zug mehr hält. Unser Bekannter nahm uns in Empfang und fuhr uns durch die, engen und Menschen lehren, Straßen nicht etwa nach Hause, sonder direkt in eine urige Französische Kneipe, die wir dann völlig geschafft, erst gegen halb 2 in der Früh wieder verließen.
Endlich am Zielort angekommen, ging es dann aber immer noch nicht ins Bett, obwohl wir uns eine Mütze voll Schlaf redlich verdient hätten. Eigentlich wollte ich noch schnell eine Tageszusammenfassung, inklusive erster Bilder, aufs virtuelle Papier bringen, doch zuerst forderten die in den letzten Tagen vermehrt auftretenden Erreichbarkeitsprobleme der Seite unsere Aufmerksamkeit, die wir zwar Bedauern aber momentan nicht vollständig beheben können. Wir bitten also um Verständnis, wenn die Seite in den nächsten Tagen für kurze Zeit nicht erreichbar sein sollte oder wesentlich länger zum Laden braucht, als dies sonst der Fall ist.
Nach dem wir also zu dieser, nicht unbedingt erfreulichen, Erkenntnis gelangt sind, war es auch schon fast halb 5 und die Anstrengungen der Reise forderten ihren Tribut.
Tag 2
Der nächste Morgen begann für uns mit einem typisch französischen Frühstück…….bei Mc Donalds ![]()
Gut gestärkt begannen wir dann dort wo wir am Vortag aufgehört hatten, nämlich mit der Analyse Erreichbarkeitsproblematik. Gegen 3 war es dann an der Zeit die nahe Umgebung zu erkunden und selbstverständlich schon einmal Zugtickets, für die etlichen Fahrten nach Paris, zu besorgen, die im Übrigen alles anders als Günstig sind, wenn man nicht gerade einen Studentenausweis mit sich führt, der einem den Erwerb eines Wochentickets gestattet. Nach ein wenig Sightseeing in Vernon und Gillon, kehrten wir erneut in eine Kneipe ein, die auch zum frühen Nachmittag hin schon gut besucht war, um uns dann gegen halb 7 wieder den Vorbereitungen zur WWI widmeten und natürlich endlich den Ersten Bericht online zu stellen.
Morgen geht es dann zu wahrlich unchristlicher Zeit los zur WWI. Endlich!
Tag 3 – WWI 2008 beginnt
Heute Morgen klingelte der Wecker, nach einer viel zu kurzen Nacht, um 6 Uhr in der Früh und weckte uns unsanft aus unseren Träumen. Wovon wir geträumt hatten, dürfte ja wohl klar sein. Schnell Wie der Wind, schlüpften wir in unsere Klamotten und machten uns ohne Frühstück auf den Weg zum Bahnhof. Die Eile war allerdings vergebens, da die französische Bahn auch nicht viel pünktlicher kommt als die Deutsche. Die ist die nette Umschreibung für 55 Minuten zu spät sein.
Nach der Ankunft am Bahnhof St. Lazare, schnell noch ein Zwischenstopp bei McDonalds eingelegt und dann nichts wie in die Metrolinie 12 zum Messegelände. Erst einmal angekommen, war uns die Länge der Schlange, in die sich die normalen Messebesucher einzureihen hatten, noch nicht ersichtlich. Sie erstreckte sich mehr als 500 Meter rund um den Block.
Da sitzt es sich im Presseraum mit Knabbereien und Eisgekühlten Getränken doch gleich 3-mal so gut;-) Leider versagen Computersysteme ja bekanntermaßen immer dann, wenn man sie am meisten braucht. So war es auch bei der Batchvergabe am Pressecounter. Aber man wartet nicht allein, sondern nutz die Gelegenheit, sich mit den zahlreichen Vertretern anderer Seiten auszutauschen. Wir haben natürlich schon ein paar Bilder für euch parat, die Xsi geschossen hat, während ich munter plauderte und auf mein Batch wartete. Noch ein paar Minuten sind es jetzt bis zur Eröffnungszeremonie und es ist kein freier Sitzplatz mehr zu bekommen. Selbiges gilt im Übrigen auch für den Presseraum. Diablo persönlich ist mir zwar noch nicht über den Weg gelaufen, allerdings boten sich dazu auch noch nicht viele Gelegenheiten. Dann auf einmal Hektik: „Come on, the Press Area upstairs is filling fast“ ruft ein Pressevertreter laut und schnell macht sich der verbliebene Rest auf den Weg zur Eröffnungszeremonie.
Oben angekommen, staune ich nicht schlecht. In der vorher schon gut gefüllten Halle, stehen die Menschen so dicht getrennt, dass kaum noch ein durchkommen ist. Ich drängle mich, abwechselnd sorry und pardon murmelnd, durch die Massen um dann schlussendlich zentral, keine 15 Meter von der Bühne weg, meine Position zu beziehen.
Und da geht es auch schon los. Die Moderatoren, China und Anthony Kavanagh, die in Deutschland wohl eher unbekannt sein dürften, betraten die Bühne und es folgten die Vorstellungen zahlreicher Blizzardmitarbeiter und schließlich die zahlreicher Pro Gamer der Blizzard Franchises. Die Zeit vergeht und schließlich betritt Mike Morhaim die Bühne und beginnt seine Rede. Nach einer kurzen Einleitung, folgt ein kurzes Video mit den Highlights der letzten WWI und kurz darauf spricht Morhaim den Grund an, warum die WWI erstmals außerhalb Asiens, in Europa stattfindet. Noch ehe man dies richtig realisieren konnte, folgt das live auf Gitarre gespielte Tristram Theme und die Menschen begannen langsam zu begreifen, was gleich geschehen würde.
Morhaim tritt ab und räumt das Feld für Jay Wilson, den Lead Designer von….DIABLO 3!!!! Ja wir haben uns tatsächlich nicht verhört. Innerlich fast vor Freude platzend, versuchte ich noch verzweifelt der Kamera, die nur wenige Sekunden zuvor ihren Geist aufgegeben hatte, wieder Leben einzuhauchen, während der 1. Diablo 3 Trailer beginnt zu laufen und ihm ein Gameplay Video folgt. Gar nicht so einfach, wenn einem gleichzeitig in einer unnachahmlichen Geräuschkulisse, Bilder von einem Barbaren, der sich durch Monsterhorden metzelt, den Atem rauben. Splatter Effekte, eine wahnsinnig gutaussehende Iso 3D Grafik, zerstörbare Umgebungen, die sogar im Kampf gegen Monsterhorden eingesetzt werden kann, die Freude auf ein Wiedersehen mit dem guten alten Deckard Cain und vor allen Die Gewissheit, dass Diablo 3 ein Hack and Slay bleiben wird, tun ihr übriges. Die länger des ersten Gameplay Videos, welches gleichzeitig von Jay Wilson kommentiert wurde, überraschte doch den ein oder anderen, der anwesenden Besucher. Unterbrochen wurde die Vorführung nur von Zeit zu Zeit, wenn die Masse ihr Bedürfnis zu klatschen und zu Jubeln, nicht mehr unterdrücken konnte.
Nach dem das Video beendet war, spurteten diejenigen, denen auf Grund der Überlastung des WLan Spots, eine live Berichterstattung verwehrt blieb( Wir konnten uns zwar einwählen, doch die Seite war ja bekannter Maßen hoffnungslos überlastet, so dass uns die geplante Liveberichterstattung nicht möglich war.), in den Presseraum oder dahin, wo ein Einwählen gerade möglich war, um die Sensationsmeldung in die Welt hinauszuposaunen.
Nachdem wir uns wieder „einigermaßen“ gefangen hatten, versuchten wir noch schnell Ersatz für die defekte Kamera zu organisieren und das Problem des überlasteten Servers zu beheben; beides Dinge, die von der WWI aus nur äußerst schwer zu bewerkstelligen sind, wie man sich vorstellen kann. Doch die Zeit verstrich wie im Fluge und schon stand ein erstes Info Panel mit anschließender Frage und Antwortrunde an. So erfuhr man aus dem Munde von Jay Wilson und Wyatt Cheng Beispielsweise mehr über: Charaktere, deren männliche als auch weibliche Versionen, die Möglichkeit alle Gegner auch als Einzelkämpfer zu besiegen, das Handelssystem, welches vereinfacht werden soll, das Inventar, was von der Größe her wohl dem von Diablo 2 ähneln wird und noch Vieles mehr. Ebenfalls sehr Interessant, war die Aussage, dass Diablo 3 wohl kein Hardwarefressendes Monster a la Crysis werden wird, da Blizzard ein sehr breitgefächertes Publikum ansprechen will.
Leider war es des Öfteren, sowohl für die Entwickler, als auch für uns, nahe zu unmöglich zu ergründen, was die Fragesteller in gebrochenen Englisch und einem wirklich fürchterlichen französischen Akzent, eigentlich Fragen wollten.( Der wirklich einzige Franzose, mit einwandfreiem und verständlichen Englisch dem ich auf der Reise begegnet bin, war ein Blizzardmitarbeiter, mit dem ich mich während der Messe mehrmals unterhielt. Wir plauderten über die Cheatproblematik und unter Anderem darüber, dass es selbst ihm als Blizzardmittarbeiter nie vergönnt war, eine High Rune in Diablo 2 droppen zu sehen
)
Die Zeit verging viel zu schnell und schon musste die Bühne für das nächste Event geräumt werden, obwohl sicher noch Fragen offen wahren, mit denen man durchaus den ganzen Tag hätte verbringen können.
Schnell versuchten wir erneut News auf die Seite zu bringen, doch jeder Versuch war zum Scheitern verurteilt und so versuchte ich wenigstens per IRC einige Infos und Eindrücke loszuwerden, die man einfach mit anderen Teilen musste, da sie wirklich „bombastisch“ waren ![]()
Dann mussten wir uns entscheiden, nehmen wir noch Events wie Kostümwettbewerbe mit, testen wir StarCraft kurz an oder verlassen wir die Messe um uns dem Serverproblem zu widmen. Wir wählten letztere Option und waren damit auch bis tief in die Nacht genau so ausgelastet wie unser Server. Dabei waren wir hundemüde und mussten ja am Sonntag auch wieder zu unchristlicher Zeit aus den Federn. Gegen 2 Uhr war dann aber unser Akku endgültig lehr und wir krochen in unsere Betten.
Tag 4 – WWI 2008 2. Tag
Ich überspringe den Punkt mit dem frühen Aufstehen und dem Gejammer über zu spät kommende Züge und steige direkt wieder bei der Messe ein. Diese war heute etwas weniger Besucht als es noch gestern der Fall war, doch das machte den Aufenthalt durchaus angenehmer.
Auf dem Termin Plan standen heute 2 Diablo Panels mit anschließender Frage und Antwort Session. Diese waren natürlich wieder recht interessant, obgleich viel besprochen wurde, was man am Vortag schon abgehandelt hatte. Der erste Vortrag fand morgens von 10-11 statt und das zweite Panel dann von 17-18 Uhr. Zwischendrin blieb viel Zeit für uns einmal gemütlich über die auf 2 Ebenen stattfindende Messe zu schlendern und uns alles Mal etwas genauer anzuschauen. Nebenbei regelten wir die restlichen Formalitäten und technischen Belange die nötig waren, damit dann gegen 17 Uhr Diablo-3.net wieder einwandfrei ohne Ausfälle erreichbar war. Auch konnten wir noch schnell Ersatz für die defekte Kamera organisieren, so dass uns noch ein paar Schnappschüsse von den Diablo 3 Entwicklern gelangen, während diese beim letzten Diablo 3 Panel den Fragen der Besucher Rede und Antwort standen. Gegen 18 Uhr 15 waren wir hoch erfreut darüber, doch noch eine News direkt von der WWI onlinezustellen, bevor wir wieder zur Metro hetzten, die uns zu unserem Zug brachte, der uns wiederum Pünktlich gegen halb 9 an dem Ort absetzte, wo wir uns das EM Finale, bei französischem Bier und gegrillten Merguez, im Freien ansehen wollten.
Das Ergebnis war dann am Ende nicht das erhoffte, doch das Trostpflaster Diablo 3 linderte den Schmerz, den die Niederlage verursachte, recht schnell.
Tag 5
Den letzten Tag vor der Heimreise verbringen wir größtenteils damit an der Seite zu arbeiten und die versäumten Inhalte nachzuliefern. Vielleicht bleibt nachher noch ein wenig Zeit, sich bei herrlichstem Sonnenschein, in den Pool zu schmeißen









































