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Ein Spiel wird angekündigt und die Computerwelt steht Kopf! Vielleicht war es nicht ganz so dramatisch, als im Juni letzten Jahres endlich der dritte Teil des Hack’n'Slay Urgesteins Diablo offiziell von Blizzard bestätigt wurde. Dennoch gibt es durchaus viele Spieler, die noch immer mit wohligen Gefühlen an ihre erste Erforschung der Kathedrale von Tristram zurückdenken und schon seit Jahren auf eine Fortführung der epischen Geschichte um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse hofften.
Jetzt, etwas mehr als ein Jahr nach der Ankündigung auf der World Wide Invitational, macht sich aber allmählich ein wenig Unmut breit. Zwar konnten hier und da immer einzelne Infos aufschnappt werden, aber insgesamt ist nicht sehr viel mehr bekannt, als kurz nach der WWI. OK, eine neue Klasse war den Fans schon vergönnt und hier und da ein weiterer Gegnertyp, aber im Großen und Ganzen kann man sich unter dem Spiel immer noch nicht viel mehr vorstellen, als dass es ein Hack’n'Slay in Reinkultur wird… nach Möglichkeit natürlich das Beste aller Zeiten. Hinzu kommt, dass viele Dinge, die anfänglich an verschiedenen Stellen zu lesen waren, schon wieder verworfen oder deutlich überarbeitet wurden. Scheinbar veröffentlicht Blizzard keine Informationen über das kommende (fertige) Spiel, sondern lässt die Communtity vielmehr an der Entwicklung teilhaben. Allerdings ohne deutlich zu machen, was nun einfache Experimente der Entwickler sind und was solide Fakten. Da fragt man sich doch: Kann Blizzard einfach nicht mehr sagen oder wollen sie nicht?
Jedenfalls ist mit der Zeit immer deutlicher geworden, dass Diablo 3 zum Zeitpunkt der Ankündigung noch weit früher in der Entwicklung war, als es damals den Anschein hatte. Nach Ansicht des damals veröffentlichten Gameplay-Trailers konnte man eigentlich nur den Schluss ziehen, dass die Basis des Spiels, also Engine, Code, Spielmechanik und natürlich die zwei vorgestellten Charaktere schon stabil bzw. fertig seien. Aus damaliger Sicht müsste es demnach ein Klacks gewesen sein, das ganze jetzt nur noch mit Inhalten zu füllen, die man in den vorangegangenen Jahren penibel entwerfen und planen konnte. Ein wenig verwunderlich war es dann schon, als auf der BlizzCon letzten Jahres keine neuen Landschaften oder Dungeons präsentiert wurden, sondern „nur“ eine neue Klasse und, mit dem völlig überarbeiteten Runensystem, ein sehr interessantes Feature. Alles andere waren nette kleine Infos, aber halt nur winzige Teile eines großen Ganzen, von dem Blizzard scheinbar zu diesem Zeitpunkt selbst noch keine Ahnung hatte, wie es am Ende aussehen wird.
Nimmt man nur mal den Barbaren, der, wie im letzten BlizzCast zu hören war, nun ein völlig neues System zur Anwendung seiner Skills erhalten hat. Eine durchaus elementare Veränderung an einer Charakterklasse, die zu diesem Zeitpunkt schon über ein Dreivierteljahr angekündigt war. Auch wenn die „Wut-Ampel“ ein wirklich guter Ansatz ist, dem tumben Nahkämpfer ein wenig mehr Pepp zu verleihen, kann man sich durchaus wundern, dass es noch derart große Änderungen an bereits Angekündigtem gibt. Fragt sich doch, welchen Wert die Informationen überhaupt haben, die in dem einen Jahr, seit der Ankündigung, veröffentlicht wurden und warum man sie überhaupt veröffentlicht hat? Natürlich wäre das letzte Jahr, ohne die vielen Interviews mit Jay Wilson oder Forenbeiträge Bashioks, um vieles langweiliger gewesen. Denn es hat schon viel Spaß gemacht über das alles zu Schreiben, zu Diskutieren und es in das „big picture“ vom Spiel einzuordnen. Eher stellt sich die Frage, ob das Spiel nicht ein wenig früh angekündigt wurde? Ansonsten dürfte es doch kein Problem gewesen sein, innerhalb eines Jahres zumindest ein paar Screenshots mit anderen Impressionen, als den Leoric Highlands und der Kathedrale von Tristram, zu zeigen. Jedenfalls ist es unwahrscheinlich, dass man der Community aus anderen Gründen, als das es einfach noch nicht soweit ist, keine neuen Landschaften präsentiert.
Allerdings ist das mit dem „früh“ so eine Sache. Immerhin war Diablo 3, zum Zeitpunkt der Ankündigung angeblich schon sieben Jahre in der Entwicklung. Zwar kann die Zeit, in der noch Blizzard North am Spiel gearbeitet hat, sicherlich zum Großteil abgezogen werden, aber unterm Strich bleiben immer noch ungefähr vier Jahre. Natürlich wird, bei einem Projekt dieses Formats, viel in die Planungs- und Konzeptphase investiert worden sein, aber trotzdem sind in der gleichen Zeit schon komplette Spiele entstanden. Des weiteren scheint viel work-in-progress veröffentlicht worden zu sein, was dafür spricht, dass die Planungsphase bei weitem noch nicht abgeschlossen ist oder zumindest vieles noch während des Entstehungsprozesses wieder verworfen wird. Damit stellt sich dann die Frage, wie lange Impressionen neuer Gebiete wohl noch auf sich warten lassen und natürlich, wie lange Diablo 3 noch in der Entwicklung sein wird?
Ein wichtiger Meilenstein in dieser Frage wird sicherlich die kommende BlizzCon. Es wäre schon sehr verwunderlich, wenn dort nicht wenigstens eine neue Landschaft präsentiert wird. Möglicherweise eine Wüste, um dem bereits bekannten Dünenhai sein natürliches Habitat zu schaffen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang ein Beitrag Bashioks aus jüngerer Zeit, in dem er thematisch unterschiedliche Dungeons nannte, um zu verdeutlichen, dass das Spiel sehr abwechslungsreich gestaltet sein wird. Dabei sprach er von Höhlen, Minen und Gräbern alter Zauberer. Vielleicht sind das alles nur Gedankenspielereien eines Community Managers, aber einen wahren Kern hat es. Es GIBT schon andere Levels, nur werden sie noch nicht publik gemacht. Dafür würde sich nun natürlich auf der BlizzCon eine perfekte Gelegenheit bieten. Eventuell in Form eines weiteren Gameplay-Trailers. Ob darin auch eine neue Klasse enthalten sein wird, sei aber mal dahingestellt. Möglich wäre es zwar, aber sicher ist es bestimmt nicht. Allerdings wäre dieser Fall durchaus zu verschmerzen, solange endlich ein wenig Fortschritt, das gesamte Spiel betreffend, sichtbar wird.
Um nochmal ein kurzes Fazit zu ziehen…
…auch wenn es so manches Mal den Anschein gemacht haben könnte, halte ich die Informationspolitik Blizzards nicht für mies. Zwar wären regelmäßige Veröffentlichungen neuer Inhalte und vor allem ein wenig Tacheles bezüglich des Entwicklungsstandes natürlich spannender, aber wir jammern da auf hohem Niveau. Immerhin ist das Spiel angekündigt und mit jedem Tag rückt das Erscheinungsdatum näher. Vielleicht sollte man es einfach so betrachten, dass Blizzard hin und wieder nur kleine Einblicke in die Entwicklung gibt, weil sie einfach noch nicht mehr Handfestes zeigen können. Ganz sicher wird aber viel mehr präsentiert werden, sobald es in trockenen Tüchern ist. So bleibt uns weiterhin nur das Warten, aber das sollte nicht für allgemeine Verstimmung sorgen.
Schließlich ist Vorfreude doch die schönste Freude.






