Südkorea: Regierung plant Verbot des kommerziellen Handels mit Spiel-Items und will Bot-Nutzung unter Strafe stellen
- Samstag, 16.06 2012 - 4:27 Uhr
- von Freynan
- 26 Kommentare
Während zunächst in Amerika und seit kurzem auch in Europa Spieler im Diablo 3 Echtgeldauktionshaus (RMAH) ihre gefundenen Schätze gegen bare Münze veräußern – und umgekehrt natürlich auch Items erstehen – können, droht in Südkorea wohl das endgültige Aus für dieses Geschäftsmodell. Der Grund dafür ist eine Gesetzesinitiative des zuständigen Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus, die schon in der zweiten Hälfte dieses Jahres allgemein den kommerziellen Handel mit virtuellen Spiel-Items verbieten soll. Betroffen wäre demnach nicht nur Blizzard, sondern vor allem zahlreiche Firmen, die bereits mit ähnlichen Geschäftsmodellen am dortigen Markt aktiv sind.
Wie die Korea Times in ihrer englischsprachigen Online-Ausgabe berichtet, soll das Gesetz kommenden Monat offiziell vorgestellt werden und vor allem Schüler davon abhalten, ihre Zeit zu verschwenden, auch trage der Item-Handel vielfach zu gesellschaftlichen Problemen bei, wie etwa der Jugendgewalt.
Ein Ministerialbeamter wird mit den Worten zitiert:
“The main purpose of the games is for entertainment and should be used for academic and other good purposes.”
Das Neues Gesetz soll jedoch nicht nur den kommerziellen Handel mit virtuellen Gegenständen unterbinden, sondern auch die Nutzung von landläufig als ‘Bots‘ bekannten Programmen unter Strafe stellen. Laut Schätzungen des Ministeriums sollen über 60% der am Markt gehandelten Items durch derartige Programme gefördert sein. Verstöße könnten demnach mit einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 3400€ oder gar einer Gefängnisstrafe von bis zu 5 Jahren geahndet werden.








Das wirkt sich doch für Blizzard eh in keinster Weise aus - nicht wahr?
Schließlich gibt es in Asien ohnehin kein Echtgeld-Auktionshaus. Für Ebay Verkäufer wirkt sich's vielleicht aus - aber sonst?
@Bots: 5 Jahre Gefängnis dafür, dass ich botte? Ich halt's echt für überzogen.
Echt? verbot ist verbot , wenn ich gras für eigenbedarf anbaue wird das auch gleich hart betsraft und davon hat niemand einen nachteil außer meine gesundheit.
Scheiss beispiel ich weis
Wäre ja für lebenslang PC verbot für botter
Tja in Korea werden Games gesellschaftlich so wichtig angesehen, wie hierzulande Fußball oder was weiß ich (Fernsehen?
).
Aber genau, müßte dann Ebay nicht auch schon verboten sein, dort wird das schließlich schon seit Jahren gemacht, genau wie auch sonst in D2 und anderen Spielen die es schon vorher gab.
Also ich will ja Botter keineswegs in Schutz nehmen, aber gleich 5 Jahre dafür in den Knast, halte ich auch für zu hoch, auch wenn es im Prinzip nix anderes ist, wie die Fussballmanipulationen die hier vor ein paar Jahren mal in aller Munde waren.
Geldstrafe oder Gefängnis bis zu 5 Jahren heisst ja, dass normalerweise erstmal eine Geldstrafe bekommt und im Wiederholungsfall eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von 6 Monaten etc.
Das ist ganz normal, dass so eine Maximalstrafe im Gesetz steht, einfach um für Wiederholungstäter einen ausreichenden Strafrahmen zu haben.
Da botten ja betrugsähnlich ist und ja eben (bisher) auch zum Erlangen geldwerter Vorteile geeignet, finde ich das eine fortschrittliche Idee. Alle rufen doch immer, dass die Gesetze nicht auf die aktuellen Gegebenheiten angepasst seien - hier kommt eines.
Hammer Aktion von denen
Dafür verzichte ich auch gerne auf ein League of Legends, o.ä.
Ich muss wohl umziehen
Südkorea for the Win

Sind halt wesentlich intelligenter als ihre nördlichen Nachbarn.
Aber btw, ich wußte gar nicht, dass es in Asien kein Echtgeldauktionshaus gibt
greez
Ja, man sollte echt überlegen, jemanden zu erschiessen oder betrügen. Oder alles zusammen. Da ist die Strafe meist weitaus milder.
]beißender Sarkasmus off]
Gute Sache von Südkorea
Bin mal gespannt, ob Blizzard dann bei einer Überführung es zu einer Anzeige bringen muss, oder nicht.
Würde das Gesetz auch in DE befürworten. RMAH los und gleichzeitig auch noch Botter mit Geldstrafe+Knast klingt durchaus positiv. Denn Botten ist halt nichts anderes als Betrug und vernichtet die Wirtschaft in den Spielen. Außerdem werden damit im (für den Botbetreiber) Idealfall 5-6 Stellige Beträge erzielt. Das hat dann schon was von organisiertem Verbrechen, denn dass das steuerlich richtig gemeldet wird bezweifel ich mal....
Meint ihr nicht, dass es in Deutschland grade wichtigere Probleme gibt, als ein paar Leutchen, die in D3 botten und Items verkloppen?!
Ist jetzt zwar nur so eine Randüberlegung, aber...
Korea machts richtig , finde ein AH in D3 sowiso für Schwachsinnig !!!
Joa, viel sinnvoller die letzte Bundestagdebatte
Da kann man auch über sowas reden.
Ist jetzt zwar nur so eine Randüberlegung, aber...
Joa, viel sinnvoller die letzte Bundestagdebatte
Da kann man auch über sowas reden.
zum eigentlichen thema: natürlich ist botten eine ätzende sache bei derartigen spielen. aber extra dagegen ein gesetz entwickeln halte ich dann doch für etwas dick aufgetragen...
zumahl ich die argumentation südkoreas (ich beziehe mich mal nur auf die news auf dieser seite) für doch sehr merkwürdig halte. denn weil ja natürlich diablo 3 nur von jugendlichen gespielt wird muss sofort das komplette auktionshaus abgeschafft werden... ernsthaft: was für'n schwachsinn. wenn ich also als erwachsener mensch diablo 3 als hobby betrachte und da eben ein paar euro mehr reinstecken möchte(was ich persönlich niemals machen würde, aber es ist schließlich die freiheit jedes einzelnen) darf ich das nicht, weil die südkoreanische regierung der meinung ist, dass unterhaltungsspiele für akademische und andere "guten" zwecke verwendet werden müssen?!? ah ja, alles klar...
Das Koreanische Ministerium macht erstmal viel heiße Luft. Aber welche Auswirkungen werden die Gesetze haben falls sie denn wirklich kommen? Dann ist in Korea botten verboten, das wird die Masse die chinesischen Botter, die davon Leben, wohl kaum beeindrucken - zumal botten in china nicht verboten und somit legal ist. Und was will Korea denn unternehmen wenn über einen (gehackten) Account Items verschoben werden? Vielleicht können sie Blizzard dazu zwingen die Account Daten und die IP-Adresse an die Justiz weirzureichen - nur was dann? Der Account ist wahrscheinlich gehackt oder im Ausland gekauft und hat falsche Personendaten, die IP-Adresse wurde in China dynamisch vergeben, jetzt könnte sich das koreanische Ermittlungsteam an die Chinesische Polizei wenden und um Amtshilfe bitten aber irgendwie glaube ich nicht dass zwischen China und Korea die notwendigen Abkommen existieren um sowas zu unterstützen und außerdem gibt es keine rechtliche Grundlage (da die "Tat" nicht in Korea begangen wurde und damit nicht strafbar ist).
Den Handel von D3-Items über ausländische Internetseten oder Online Auktionshäuser kann Korea ebensowenig unterbinden. Das einzige was damit wirklich gestoppt werden kann ist der legale Handel über das RMAH oder Verkauf von Bonusitems (z.B. WoW-Pets) durch die rechtlich greifbaren Softwareanbieter. Vielleicht hält man durch die Kriminalisierung einige koreanische Jugendliche davon ab selbst zu botten oder durch Farmsessions das Taschengeld aufzubessern - auf die Game-Economy wird das aber keinen spürbaren Einfluss haben.
Gnorgel, ich mache mir ein bisschen Sorgen hinsichtlich deines Verständnisses von Gesetzen.
Es gibt vermutlich kein Gesetz auf dieser Erde, das nicht täglich gebrochen würde. Wofür oder wogegen spricht das deiner Ansicht nach?
Gesetze sind (idealtypisch) Selbstverständigungen von Gesellschaften darüber, wie sie leben wollen und wie nicht. Daher ist X in Land A erlaubt und in Land B nicht.
Und es hätte natürlich erhebliche Auswirkungen, wenn ein potentiell extrem lukratives Geschäftsmodell im Gamerland Nr. 1 illegal wäre - nicht nur auf die Unternehmen wie Blizz, EA, Ubisoft etc., sondern auch wegen des Präzedenzfalles, den sich andere Länder sehr genau ansehen würden.
Korea hat ein riesigen Anteil an Free to Play/Itemshop Spielen. Ich glaube nicht dass sie den Industriezweig lahm legen werden. Ich denke das Gesetzt ist nur zur Abschreckung des kleinen Mannes, und vermute sehr stark, dass sie das RMAH nur verboten haben, weil sie extreme Einnahmeneinbußen (Steuern) bei den Itemshopgames erwarteten. Nach gut einem Monat stellen sie fest, dass doch zu viele Spieler abgewandert sind und garantiert auch Items über Ebay und Co verkaufen werden. Also muss etwas Anderes her.
Ich sehe das Gesetzt nur zum bekämpfen der üblen Auswirkungen damit die Ursache (Kapitalisten) geschützt wird. Den moderne Ausbeutung und Sklaverei ist ja legal. Das Botten bestraft wird ist Ok, aber die es betreiben werden dann nicht mehr in Korea sitzen sondern wo anderes. Man müsste halt Spiele entwickeln wo nur Items gegen Items gehandelt werden, die Items werden dann je nach Nutzungshäufigkeit mit Punkten belegt, damit nur ein virtueller Vergleichswert entsteht den man nicht handeln kann.
5 jahre knast oder 3400 euro geldstrafe riechtieg so sltense in europa auch machen das ma die ganzen noobs weg sind :-)
Was regt ihr euch über die 5Jahre auf?? von mir aus sollen se Lebenslang draufmachen!!!
Es wird doch keiner gezwungen mit BOT zu spielen und wenn sie dagegen verstoßen bestraft sie!!
Ich wer für das gleiche gesetz in Deutschland!!
Hier geht mal wieder alles bunt durcheinander. Ein mangelhaftes Verständnis unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung mischt sich mit unwareness of cultural differences.
Nur ein paar Anmerkungen:
1. In Deutschland haben wir ein Grundgesetz, dessen Geist unsere gesetzlichen Normen entsprechen müssen. Daher können Gesetze grundgesetzwidrig sein und gekippt werden. Jedes Gesetz ist dabei als Verwaltungsentscheidung überprüfbar.
2. Damit gibt es absolut keinen Grund, a) den hier besprochenen Tatbestand gesetzlich zu regeln und b) davon auszugehen, dass es überhaupt gesetzliche Möglichkeiten gibt, dergleichen zu tun.
3. Die koreanische Gesellschaft und ihr Wertesystem zu verstehen, ist nicht wirklich einfach. Hier mal ein Einstieg zur Recherche: Latasha Harlins - Wikipedia, the free encyclopedia
4. Generell impliziert die grundsätzlich offene Haltung der Südkoreaner zu Computerspielen ein höheres Maß an staatlicher Einflussnahme, weswegen ich absolut nicht verstehe, dass Blizzard immer und immer wieder überhaupt auf diesem Markt veröffentlicht.
Keine Möglichkeiten
Mir viele so auf Anhieb da mal grundsätzlich das:
(1) Wer rechtswidrig Daten (§ 202a Abs. 2) löscht, unterdrückt, unbrauchbar macht oder verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) Für die Vorbereitung einer Straftat nach Absatz 1 gilt § 202c entsprechend.
(1) Wer eine Datenverarbeitung, die für einen anderen von wesentlicher Bedeutung ist, dadurch erheblich stört, dass er
1.
eine Tat nach § 303a Abs. 1 begeht,
2.
Daten (§ 202a Abs. 2) in der Absicht, einem anderen Nachteil zuzufügen, eingibt oder übermittelt oder
3.
eine Datenverarbeitungsanlage oder einen Datenträger zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht, beseitigt oder verändert,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Handelt es sich um eine Datenverarbeitung, die für einen fremden Betrieb, ein fremdes Unternehmen oder eine Behörde von wesentlicher Bedeutung ist, ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.
(3) Der Versuch ist strafbar.
(4) In besonders schweren Fällen des Absatzes 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1.
einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt,
2.
gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Computersabotage verbunden hat,
3.
durch die Tat die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern oder Dienstleistungen oder die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigt.
(5) Für die Vorbereitung einer Straftat nach Absatz 1 gilt § 202c entsprechend.
RMAH verbieten, hm über den Jugendschutz sicherlich möglich bei U18 Titeln, bei denen kein maximal Limit existiert.
Zum Glück leben wir in nem freien land wo jeder tun und lassen kann was er will auf dem Gebiet, ...alle die Knast für sowas befürworten, fahre ich gern in der Schubkarre sofort nach Südkorea ..
es gibt glaub andere gesellschaftliche Probleme in unseren Gefilden, ....als so nen nonsens ! Geht mal an die frische Luft ....
1. Der Vorposter hat absolut Recht (meine subjektive Meinung).
2. Der Vorvorposter failt epicly. Kurz zur Begründung: Die südkoreanische Regierung, also ein legislatives und damit kein judikatives Organ will "verbieten". Damit ist der Verweis auf bestehende Gesetze natürlich in höchstem Maße unsinnig.
Was ich generell nicht verstehe ich folgender Umstand:
Wenn ich doch weiß, dass hier im Forum recht geübte Juristen, BWLer, Berater, IT-Experten bewegen, warum begebe ich mich dann immer und immer wieder auf deren "home turf"?!