Zumindest für einen kleinen Teil der Weltbevölkerung stand am vergangenen Wochenende ausnahmsweise einmal nicht die momentan alles beherrschende internationale Finanzkrise im Vordergrund, sondern die BlizzCon 2008.
Nun hat die zweite große Blizzard Messe dieses Jahres ihre Pforten geschlossen und nach einem sehr ereignisreichen Wochenende ist es nun an der Zeit, die Geschehnisse noch einmal Revue passieren zu lassen und die erhaltenen Informationen genauer unter die Lupe zu nehmen. Es wurden viele Fragen gestellt und viele Antworten gegeben, doch welche Infos wirklich von Belang sind und welche bereits seit langem bekannt waren, wollen wir an dieser Stelle einmal übersichtlich Zusammenfassen.
Die Zauberin
Wenig überraschend, aber nicht minder spektakulär, stellte Blizzard bereits zu Beginn der Messe eine neue Charakterklasse vor. Die Zauberin oder, in der männlichen Version, der Zauberer wird die dritte von insgesamt 5 Charakterklassen in Diablo 3 sein und wie es sich für einen Zauberer bzw. eine Zauberin gehört, den Pfad der Magie beschreiten.
Bereits während der BlizzCon haben wir euch diesen Charakter schon einmal kurz vorgestellt, was uns gleich zum nächsten Punkt übergehen lässt.
Die Demo
Damit hatten im Vorfeld wohl nur ein paar der optimistischsten Fans gerechnet - Blizzard
präsentierte nur knapp dreieinhalb Monate nach der offiziellen Ankündigung bereits eine erste auch für Messebesucher anspielbare Demoversion von Diablo 3. Zur Auswahl, für einen Streifzug durch die Kathedrale, deren Tileset auch schon im ersten Gameplay-Trailer als Kulisse diente, standen den Spielern sowohl die alten Charakterklassen als auch die neuste in der weiblichen Version zur Verfügung.
Auch zwei der neuen “Random Quests”, die das Spielgeschehen abwechslungsreicher gestalten sollen, waren in dieser Demo bereits integriert. Als besonderer Gag bestand die Möglichkeit, dass zu einem gewissen Prozentsatz ein sogenanntes “BlizzCon Artifact” droppen konnte. Die Spieler, denen ein solches Glück vergönnt war, erhielten ein vom Entwicklerteam unterschriebenes Diablo 3 Poster.
Die Talentbäume
Wie auch schon in Diablo 2 wird es in dessen Nachfolger erneut möglich sein, durch Levelaufstieg gesammelte Fertigkeitspunkte auf die Talentbäume (Skill-Trees) der Charaktere zu verteilen. Hiervon stehen bei jedem Charakter drei verschiedene zur Verfügung. Im Beispiel der/des Zauberin/ers gibt es den Sturm-, Arkan- und Beschwörungstalenbaum. Die Talentbäume des Barbaren und des Hexendoktors wurden noch nicht vorgestellt obwohl diese - angeblich - ebenfalls in der Demo erkennbar waren.
Der größte Unterschied zwischen den Talentbäumen aus Diablo 2 zu denen aus Diablo 3 besteht darin, dass jeder einzelne Baum in 4 Level unterteilt ist. Erst nachdem eine gewisse Anzahl an Punkten in einen beliebigen Skill der unteren Levels des selben Baumes investiert werden, besteht die Möglichkeit Skillpunkte in höheren Leveln zu verteilen.
Beispiel:
Bevor man den, sich auf Level 4 befindenden, Teleportzauber aus dem Arkan-Baum der Zauberin einsetzen kann, müssen zuvor insgesamt 15 Punkte in den unteren Leveln investiert worden sein. In welchem Level der Ebenen eins, zwei und drei man diese verteilt, ist dabei nicht von Belang.
Des Weiteren besitzen die verschiedenen Fähigkeiten in Diablo 3 nicht mehr allesamt gleich viele Ausbaustufen. Während die Ausbaustufen der eigentlichen “Aktiv Skills” meist auf eine einzige beschränkt sind, erlauben es die sogenannten “Fertigkeitsmodifizierungen” bis zu 15 Fertigkeitspunkte in sie zu setzen. So soll dem Spieler ermöglicht werden, eine große Bandbreite an Fähigkeiten auch tatsächlich einsetzen zu können.
Das Runensystem
Ein weitere drastische Veränderung im Vergleich zu Diablo 2 stellt das neue Runensystem dar. So lassen sich Runen nicht länger zu Runenwörtern kombinieren, sondern üben einen direkten Einfluss auf einzelne “Aktiv Skills” der Charaktere aus (nicht auf die “Passiv Skills“), mit denen sie sich Kombinieren lassen. So können unterschiedliche Runen, bei ein und dem selben Skill, zu unterschiedlichen Effekten führen, wenn man sie mit ihm verbindet. Der Teleport-Skill der Zauberin in Verbindung mit einer “Striking-Rune” verursacht beispielsweise aktiven Schaden bei nahestehenden Gegnern. Derselbe Skill in Verbindung mit einer “Multi-Strike-Rune” führt hingegen dazu, dass die Zauberin durch den Einsatz dieser Fähigkeit identische Abbildungen von sich entstehen lässt, die ihre Gegner ablenken.
Einige dieser Runen und deren Auswirkungen auf ausgewählte Skills, werden in diesem, knapp zweieinhalb Minuten dauernden, Video vorgestellt.
Die Attributspunkte
Einige Fans, die sich die Gelegenheit zum Spielen der Diablo 3 Demo nicht entgehen ließen, zeigten sich verwundert darüber, dass allem Anschein nach Attributspunkte automatisch vergeben werden. In der Tat wird es in Diablo 3 keine Möglichkeit mehr geben, die Statuspunkte manuell zu vergeben. So kommt den Attributspunkten auf Gegenständen eine weitaus größere Bedeutung im Bezug auf die Individualisierung der Charaktere zu, als es noch in Diablo 2 der Fall war.
Kurz notiert:
* Neue Diablo Romane des Erfolgsautors Richard A. Knaak sind in Planung
* Diablo 3 bleibt vorerst ein exklusiver PC Titel
* Das neue Battle.net ohne monatliche Abogebühren
* Diablo 3 erscheint definitiv nach Star Craft 2
* Zwei neue, noch namenlose, Monsterklassen tauchten in Videos auf
* Als Bossmonster scheint King Leoric ein Comeback zu feiern
Am Rande:
* StarCraft 2 soll in drei Teilen erscheinen
* Warcraft 4 indirekt bestätigt? - Blizzard dementiert!
Alles in Allem darf die BlizzCon 2008, aus der Sicht der Diablofans, als erfolgreich betrachtet werden, obgleich sich viele der Fans wohl ein paar mehr Antworten auf ihre Fragen gewünscht hätten. Viele der in den Diablo 3 Panels erörterten Themen und Informationen waren teils bereits von der WWI oder älteren Interviews bekannt. Dennoch dürften die wenigen wirklichen, dafür um so interessanteren Informationen, mehr als entschädigen.