Auch die Kollegen von inDiablo hatten die Gelegenheit, Lead-Desginer Jay Wilson ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Herausgekommen ist dabei ein Video-Interview (Teil 1 & 2) von knapp 30min Länge. Nach fast einem Jahr ohne wirklich neue Informationen, weiß man dieser Tage fast gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Aber kommen wir mal zu dem eigentlichen Interview, in dem es viele neue Kleinigkeiten zu entdecken gibt, die wieder einmal mehr Appetit auf Diablo 3 machen und das ist, nach der langen Durststrecke, mal wieder richtig nötig gewesen.

Die Fragen nach dem PvP-Modus und dem Designprozess ergaben dabei noch keine großartigen Neuigkeiten. Auf die Problematik, dass Rüstungssets meistens ihren Sinn verloren hatten, sobald man alle Teile zusammen hatte, wurde es dann interessanter, wenn auch nicht ergiebiger. Wilson stellte nämlich nur klar, dass Blizzard sich dieses Problems bewusst sei und sie auf jeden Fall etwas daran ändern werden. Da sich Sets aber zur Zeit erst im Designprozess befinden, konnte er nichts weiter dazu sagen, außer dass sie ihren Weg nicht ins Spiel finden, sollten sie keine Lösung für das Problem finden. Angesprochen auf die Kämpfe mit Bossen erklärte er, dass sie sich nicht mit World of Warcraft vergleichen ließen, weil es nicht so sein wird, dass jeder Spieler mit seiner Klasse eine bestimmte Rolle (Tank, Heiler etc.) verkörpert. Stattdessen werden sie eher eine aufgebohrte Version der Bosskämpfe aus dem Vorgänger sein. An dieser Stelle verglich Wilson wieder einmal mit denen aus der Zelda-Reihe, in der die Bosskämpfe immer in verschiedenen Phasen ablaufen.

ss-20100818_07 Zu der Frage, woran das Team zur Zeit arbeite, ließ er durchblicken, dass das ganze Team über die Arbeit an allen vier Akten verstreut sei und sich somit auch alle Akte in der Produktion befinden. Eine kleine Abteilung arbeite aber auch noch verstärkt am ersten Akt, weil das Team noch nicht mit der Präsentation der Quests und der Geschichte zufrieden sei. Angesprochen auf die Schwierigkeit verschiedene Ressourcen-Systeme für die Klassen vernünftig auszubalancieren, meinte Wilson, dass es einfach ein Matheproblem sei und zwar wie viel Schaden pro Sekunden mit wie viel einer bestimmte Ressource ausgeteilt werden könne. Er ging dann aber auch noch ein wenig mehr ins Detail und erklärte, dass sie die Instability-Ressource für die Zauberin wieder aus dem Spiel genommen hätten. Stattdessen würde es jetzt die sogenannte „Arcane Power“ geben, dass eine leicht abgewandelte Form des bekannten Mana-System zu sein scheint. Der Mönch wird „Spirit“ nutzen, was, nach Wilsons Aussage, das System ist, mit dem sie am zufriedensten sind. Dazu bauen die Kombos, die der Mönch anwenden kann, „Spirit“ auf und ermöglichen damit besondere „signature skills“, unter denen es Attacken, aber auch Fertigkeiten gibt, die eine Flucht oder Erholung ermöglichen.

ss-20100818_06 Auf die Frage, ob es mehr bekannte Figuren aus den Vorgängern geben wird, meinte Wilson, dass er gerne mehr davon ins Spiel bringen würde und es auch einige bekannte Gesichter zu sehen geben wird. Dabei sprach er explizit von der Hexe Adria, die den Helden im ersten Teil mit allerlei magischen Utensilien versorgte. Laut Wilson soll sie sogar eine recht wichtige Rolle in Diablo 3 erhalten. Aufgrund ihrer Funktion in Teil 1 wäre sie gut als der Mystiker unter den Handwerkern im neuen Crafting-System vorstellbar. Auch einige der Klassen aus dem zweiten Teil sollen als NPCs im Spiel auftauchen. Um beim angesprochenen Crafting-System zu bleiben, erklärte Wilson im Folgenden, dass es herstellbare Gegenstände im Spiel geben wird, die die besten in ihrem Bereich sein werden. Somit bleibt das Crafting nicht nur etwas für den Anfang des Spiels, sondern kann auch im Endgame immer noch eine Rolle spielen. Jedenfalls sollen die Spielfiguren am Ende eine gute Mischung aus den verschiedenen Arten von Gegenständen tragen und nicht nur legendäre oder nur hergestellte. Bei seinen Ausführungen verglich Wilson das Crafting-System an einer Stelle auch mit dem Gambling aus Diablo 2, weil der Spieler nie genau wüsste, welche Eigenschaften ein Gegenstand nach der Herstellung haben wird.

ss-20100818_09 Die Edelsteine in Diablo 3 werden, von ihren Werten und Effekten her, sehr an die Äquivalente aus dem Vorgänger angelehnt sein. Die angekündigten 14 Stufen der Edelsteine stehen aber noch nicht fest. Rechnet man nämlich zurück, so bräuchte man für die Herstellung eines einzigen Edelsteins der besten Stufe ganze 19.683 Edelsteine der Stufe fünf. Es könnte also sein, dass es entweder nicht 14 Level geben wird oder man auf den höheren Leveln nicht mehr drei, sondern weniger Edelsteine braucht, um einen der höheren Stufe herzustellen. Angesprochen auf andere Gegenstände, die man in die Sockel stecken kann, meinte Wilson, dass es eventuell noch so etwas geben wird. Vielleicht nicht mit dem Hauptspiel, sondern mit einem AddOn, aber die Ideen dafür sind da.

ss-20100818_02 Auf die Frage nach weiteren Möglichkeiten die eigene Spielfigur zu personalisieren, kam kurz der Talisman auf, den es sicher geben wird, aber zu dem er keine Informationen geben wollte. Was er aber verriet war, dass es Färbemittel geben wird, mit denen man seine Ausrüstung einfärben kann. Bisher seien 15 verschiedene Farben implementiert. Des weiteren bestätigte er nochmals Achievements, aber er schloss „Grinding-Achievements“, für die man beispielsweise eine bestimmte (sehr hohe) Anzahl eines Gegnertyps töten muss, aus. Auf die folgenden Fragen nach der Story und Charakteren machte er natürlich wieder nur vage Andeutungen, aber alles vor dem Spiel zu verraten, würde das Spielerlebnis am Ende auch nur schmälern.

Nach dieser erneuten, anstrengenden Lesestunde, entlasse ich die Klasse, bei diesem schönen Wetter, fürs Erste nach draußen. Wer sich lieber noch ein wenig bilden will, kann sich nochmal folgende Links zu Gemüte führen; sofern noch nicht geschehen.

Alle Infos zum neuen Diablo 3 Crafting-System
Alle Diablo 3 Infos, Videos und Bilder von der Gamescom 2010


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