Kaum gab Blizzard in seiner 8. Ausgabe des BlizzCasts neue Informationen und Bilder zum aktuellen Stand des Skill-Systems preis, sind diese auch schon wieder obsolet. Einmal mehr war es Diablo 3 Community-Manager Bashiok, der sich im offiziellen Forum zum momentanen Stand der Dinge äußerte.
So werden momentan, anders als noch auf dem im BlizzCast veröffentlichten Screenshot, alle Talentbäume, die einem Charakter zum Ausbau seiner Fähigkeiten zur Verfügung stehen, nebeneinander dargestellt und nicht mehr nur einzeln über Tabs aufrufbar sein. Dies soll einerseits der besseren Übersicht dienen andererseits ist diese Änderung aber noch einem anderen Umstand geschuldet: Der Ausbau von Fähigkeiten erfolgt nun nicht mehr getrennt sondern Talent-Baum übergreifend.
“Anstatt fünf Punkte in den Berserker-Baum zu investieren, um dann weitere Punkte in die Zweite Stufe des selben Baumes zu stecken, erlaubt das neue Design dem Spieler nun die freie Wahl – so lange insgesamt fünf Punkte in der ersten Ebene der Talentbäume angelegt wurden, ist die zweite Ebene aller Bäume freigeschaltet.”
Zum besseren Verständnis erklärt Bashiok die Verfahrensweise anhand der Barbaren Talent-Bäume:
“Ich kann zwei Punkte in Heightened Senses, einem Skill aus dem Berserker-Talentbaum, investieren und drei Punkte in Bash, welcher ein Juggernaut Skill ist. Somit hätte ich insgesamt fünf Punkte in die erste Ebene der Talente gesteckt und erhielte so Zugang zur zweiten Ebene aller Talentbäume. Mit diesen Freiheiten ausgestattet, kann man sehen, wie einfach es ist einen individuellen Character-Build zu erstellen. Man erlernt nicht länger Fähigkeiten, indem man dafür viele Punkte investieren muss, sondern vielmehr durch die Auswahl und die persönlichen Vorlieben.”
Durch die Aufhebung der Grenzen, zwischen den einzelnen Talentbäumen, soll Diablo 3 dem Spieler ein noch größeres Individualisierungspotential zugestehen, als dies ohnehin schon bekannt und beabsichtigt war. Und noch einen weiteren Vorteil bietet das überarbeitete Skill-System aus Bashioks Sicht: man könne redundante Talente entfernen und müsse die “wichtigen” Talente nicht inflationär anbieten, da der Spieler nun jeder Zeit Zugang zu allen Talenten – und somit auch zu seinen Favoriten, habe.
Eine weitere interessante Bestrebung seitens der Entwickler ist es, dass die meisten Talente eine Punktebegrenzung von maximal fünf aufweisen sollen. Es wird jedoch später die Möglichkeit eröffnet wird, die Begrenzung einiger Talente auf etwa 15 Punkte zu erweitern. Die Chance, “Schlüsseltalente” über ihre eigentliche Punktebegrenzung hinweg zu erweitern, sei bei diesem neuen Skill-System von großer Wichtigkeit, so Bashiok.
Er ließ es sich jedoch nicht nehmen, noch einmal in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass Diablo 3 in vielen Bereichen noch großen Veränderungen unterliege. Wenn man an einer Stelle etwas verändere oder ausprobiere, könne dies weitere Anpassungen in anderen Bereichen nach sich ziehen.
Wenn man sich die Schwere der Veränderungen einmal vor Augen führt, kann man zumindest nachvollziehen, dass Blizzard sich in letzter Zeit schwer tut, mit neuen Informationen über Diablo 3 an die Öffentlichkeit zu gehen. Es wird noch viel getestet und ausprobiert – etwas, was heute noch im Spiel ist, kann morgen schon wieder verworfen werden und andersherum. Spätestens auf der kommenden BlizzCon wird man dem gespannten Publikum aber wohl Inhalte präsentieren, bei denen man sich weitgehend sicher ist, dass sie es ins Spiel schaffen – wenn auch in eventuell abgeänderter Form.